Allgemeines zum Waldgarten

Von Katha Cze Februar 1, 2026

Ziel ist es nicht nur einen guten Ertrag zu erzielen, sondern auch der Natur ihren Raum zu lassen, So können wir uns auch an den Vögeln Reptilien und anderen Tieren freuen, wenn sie uns besuchen kommen.

Die Finca Pozo El Pino möchte einen Beitrag zu einer ökologischen Zukunft und zum Umweltschutz leisten, indem wir Möglichkeiten, Wege und Lösungen finden, degradierte Böden mithilfe von Waldwirtschaft und durch unsere funktionierende Kreislaufwirtschaft in Bezug auf Wasser, Kompost und erneuerbare Energie (Sonnenenergie und Biogas) klimafreundlich zu gestalten. Durch die Artendiversität und den gesunden, lebendigen Boden erhalten wir gesündere Anbaukulturen.

Viele Baumarten spielen eine entscheidende Rolle in der Gestaltung der Biodiversität. Sie bieten Lebensraum für verschiedene Tierarten und tragen zur Regulierung des Klimas bei.

Strategien und Vorteile
  • Da Schädlinge oft auf eine Pflanze spezialisiert sind, können diese in einem artenreichen Konsortium keine grossen Schäden verursachen.
  • Bäume spenden zum einen Schatten und halten die Verdunstung gering, so kann auch bei Trockenheit ohne Bewässerung ein guter Ertrag erzielt werden. Auf der anderen Seite schützen das Blätterdach und die Wurzeln bei Starkregen vor Errosion.
  • Da der Ertrag sich auf verschiedene Produkte verteilt sind wir vor kompletten Ernteausfällen geschützt
  • Anbau von ein-, zwei- und mehrjährigen Pflanzen. Der Ertrag und die Vielfalt erhöhen sich da auch die verschiedenen Schichten im Wald genutzt werden (z.B. Boden-, Kraut, Strauch-, Baumschicht)
  • Jede Pflanze hat verschiedene Funktionen im System. z.B. ein Avocadobaum spendet Schatten, schützt vor Errosion, liefert Früchte, Holz, Nährstoffe für den Boden und die umliegenden Pflanzen und ist Lebensraum für Nützlinge wie Vögel, Insekten und Kleinsäuger.
  • Tiefenwurzler lockern und durchlüften den Boden
  • Die energiereichen Zuckerstoffe, welche alle PflanzPflanzen, die eine Symbiose mit den Mykorrhizapilzen eingehen, schicken etwa ein Drittel der energiereichen Zuckerstoffe aus der Photosyntheseproduktion über die Wurzeln in die Erde. Dort unterstützen sie die Bodenlebewesen, welche wiederum anderen Pflanzen helfen. Gleichzeitig werden der Abbau abgestorbener Biomasse und der Aufbau von Humus angekurbelt.
  • Mit einem höheren Humusanteil im Boden kann mehr Wasser gespeichert werden, wie in einem Schwamm. Dies ist ein weiterer Vorteil für die Pflanzen, besonders dann wenn Regen nur unregelmäßig fällt.
  • Reduzierte Bodenbearbeitung: Die Minimierung von Bodenstörungen bewahrt die Bodenstruktur, reduziert die Erosion und unterstützt die Biodiversität des Bodens.

Kaffepflanze Varietät Castillo Colombia

Biomassepflanzen
  • Der Standort wird mit der Zeit immer fruchtbarer, indem die jeweils abgestorbene Biomasse zu humusreicher Erde umgebaut wird
  • Viele Pflanzen haben besondere Qualitäten, mit denen sie die Bodenfruchtbarkeit an ihrem Standort verbessern. Wie Leguminosen oder Pflanzen, die in Symbiose mit Wurzelpilzen leben. Auch die umliegenden Pflanzen profitieren von den zusätzlichen Nährstoffen wie Phosphor, Stickstoff, Lipiden u.a.
  • Es werden extra Pflanzen angebaut die schnell wachsen und die einen Rückschnitt gut vertragen. Das abgeschnittene Material bleibt auf dem Boden und dient als Dünger für die Kulturpflanzen
  • Durch den Laubabwurf sammelt sich Streu am Boden und dient als Nahrungsgrundlage für Bodenmikroorganismen. Die so entstandene Mulchschicht schützt vor Verdunstung und sorgt für ein besseres Bodenmikroklima, die anfallende Streu kann schneller abgebaut werden, sodass für die Pflanzen mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.
Ammenpflanzen

Dienen dazu andere Pflanzen in ihrer, Keimung im Wachstum und der Pflanzengesundheit zu Unterstützen. Indem sie zum Beispiel Schatten spenden oder durch Wurzelausscheidungen im Boden die Nachbarpflanzen unterstützen. Z.B. Tagasaste ist eine Leguminose, die ursprünglich von den Kanaren kommt. Sie wird in Mollesnejta ebenfalls als Ammenbaum verwendet. Tagasaste ist dafür bekannt enorme Mengen an Stickstoff aus der Luft zu fixieren. So konnten in einer Studie im semiariden Klima in Chile in 6 Jahren 416 kg N/ha (Alter der Bäume: 6 Jahre, Pflanzabstand: 2 x 2 m) fixiert werden (Aronson et al. 2002). Zum Vergleich: Düngemittelfirmen empfehlen 140‑200 kg N/ha*a. Tagasaste kann sowohl mit Rhizobien als auch mit AM eine Symbiose eingehen (Lahrach et al. 2013). Hier am Pozo el Pino möchten wir auch versuchen sie zu etablieren.
Vor allem in trockenen Klimata führen die Ammenpflanzen zu einer Pufferung von Temperatur-, Feuchtigkeit- und Strahlungsextremen und erhöhen die Wasserverfügbarkeit für die begünstigte Pflanze (Rodriguez-Echeverria et al. 2016)

Wasserspeicherpflanzen
  • Einige Pflanzen können durch ihre wasserspeichernden Eigenschaften die Wasserversorgung im System auch zu trockenzeiten verbessern.
  • Die Tuna (Opuntia) bringt in einem Umkreis von zwei Metern Feuchtigkeit in den Boden
  • Kakteen speichern Wasser; wenn der Turgor (Druck des Zellsafts auf die Zellwand) in den Wurzeln so weit nachlässt, dass diese ihre Funktion nicht mehr ausüben können, schickt die Pflanze Feuchtigkeit aus den Blättern in die Wurzeln, Feuchtigkeit diffundiert aus den Wurzelzellen in den Boden und auch die Pflanzen, die rundherum wachsen, profitieren davon.
Pflanzen als Lebensraum

Viele Pflanzen bieten Nahrung und Lebensraum für Insekten und Tiere. Je höher die Vielfalt der wilden Bienen ist umso höher ist auch der Ertrag, auch einige Vögel wie Kolibris und Fledermäuse tragen zur Befruchtung bei.

Ein wichtiger Aspekt in einem Waldgarten ist die Pflege

Durch Schnitt und Aufasten wird auch das Wachstum der Nachbarpflanzen angeregt, Durchlüftung gewährleisten und Konkurrenz reguliert. Der Rückschnitt verbleibt im System und dient als Dünger.

Ein der Tierwelt gewidmetes Gebiet

Die Finca Pozo el Pino liegt an einem Steilen Hang mit Wasserfällen dieser Bereich bleibt unberührt und behält seine natürliche Artenvielfalt. Diese Art von Rückzugsgebieten für Wildtiere sind wichtig. Wir geben Insekten, Vögeln, kleinen Säugetieren und vielen anderen Tieren einen Rückzugsort. Einen Ort, an dem sie ihn Ruhe leben und sich entfalten können. Bienen zum Beispiel können hier nisten und dann zur Bestäubung von Nutzpflanzen aufbrechen. Vögel sind froh, einen ruhigen Platz zu finden, um dann hinauszufliegen und Mücken oder andere Schädlinge zu fangen. Fledermäuse haben einen Rückzugsort und helfen bei der Bestäubung und Schädlingsbekämpfung.

Jeden Tag freue ich mich über die Vielfalt auf unserer Finca und schaue dem bunten Treiben der Kolibris zu.

Eure Katha