Von Katha Cze Februar 9, 2026
Der erste Kaffee wurde in Kolumbien im frühen 18. Jahrhundert angebaut. In Kolumbien werden nur Arabica-Sorten genutzt. Später entstand das kolumbianische Kaffeeforschungszentrum »Cenicafé«. Seit 1938 sucht man hier nach robusteren Kaffeesorten, ertragreicheren Pflanzen und optimalen Anbaubedingungen.
Was ist Castillo:
Eine der im Jahr 2005 getesteten Varietäten ist der Castillo Colombiano. Es handelt sich hierbei um eine typische kolumbianische Sorte, deren Bohnen qualitativ durchaus in den oberen Klassen des Kaffees mitspielen können.
Er galt und gilt als resistenter als andere Züchtungen. Die Pflanzen haben aber eine kürzere Lebensdauer als andere Arabica-Varietäten. Castillo benötigt auch relativ viel Dünger. Es gibt aber inzwischen auch die Möglichkeit, die Lebensdauer zu verlängern und den Castillo ökologisch anzubauen. Wie das bei uns aussieht, beschreibe ich euch später.

Was ist das besondere an kolumbianischen Kaffe?
Die Kaffeepflanze ist ursprünglich eine Schattenpflanze und wächst natürlich in den unteren Stockwerken eines Urwaldes. Der kolumbianische Kaffeeanbau wird dem gerecht, indem auch immer Schattenbäume gepflanzt werden.
Dagegen stehen in anderen Kaffeeregionen die Pflanzen in der prallen Sonne, Ernte sowie Anbau erfolgen mechanisiert, was Monokulturen, hohen Wasserverbrauch, verdichtete und degradierte Böden, einen intensiven Einsatz von Spritzmitteln und synthetischem Dünger sowie einen deutlichen Rückgang der Artenvielfalt zur Folge hat. Bei der Ernte kann nicht darauf geachtet werden, ob die Kirschen schon reif sind oder noch grün, was ebenfalls zu Qualitätsminderung des Kaffees führt.
Bei uns gibt es, durch die Schattenbäume, eine höhere Diversität und ein besseres Kleinklima, da der Boden nie so stark austrocknet. Auch eine höhere Biodiversität kann sich einstellen, da es mehr Lebensraum für Insekten, Vögel, Amphibien und Kleinsäuger gibt. Der gesamte Anbau ist reine Handarbeit und schont den Boden und die Umwelt, ist aber wesentlich arbeitsintensiver. Auch die Ernte verbessert die Qualität des kolumbianischen Kaffees. In mehreren Durchgängen werden nur reife Kirschen mit optimal gereiften Bohnen von Hand einzeln von den Kaffeepflanzen gepflückt.
Die große Aromenvielfalt ist u. a. auch auf seine langsame Trocknung in der Sonne zurückzuführen.